Ein Countdown für das Schulfähigwerden, Armin Krenz, der sich seit Jahrzehnten intensiv mit der Elementarpädagogik und der Entwicklungspsychologie, speziell der 3-6jährigen, auseinandersetzt, schrieb zum Thema der Schulfähigkeit ein markantes Buch! Die äußere Gestaltung des Buches sprach mich an und machte mich neugierig auf dessen Inhalt. Aufgeteilt in viele kleinere Abschnitte, ist es sehr interessant, anschaulich und informativ geschrieben. Meiner Ansicht nach verbindet es wichtiges Fachwissen mit dem praktischen Alltag.
Jedes Kapitel ließ mich mehr Verständnis für die Komplexität des Themas bekommen, denn Schulfähigkeit ist weit mehr als nur Zahlen von 1-20 aufsagen.
Früher galt: Wer sich mit dem rechten Arm über den Kopf ans linke Ohr fassen kann, ist reif für die Schule. Inzwischen ist alles ein bisschen komplizierter und die körperliche Entwicklung nur noch ein Indiz unter vielen für die Schulfähigkeit. Diese erreichen Kinder nicht durch bloßes Wachsen oder Reifen, sondern indem sie bestimmte Kompetenzen ausbilden.
Genau, sagen sich ehrgeizige Eltern und wollen dabei kräftig nachhelfen -- mit Frühenglisch, Musikunterricht ab drei und so weiter. Bloß nicht, warnt der Psychotherapeut Armin Krenz, denn Schulfähigkeit ist "nicht programmierbar", sondern "ergibt sich aus einer erfüllten Kindheit" und eben nicht aus massiver Dauerförderung, die kaum noch Frei- und (ganz wichtig!) Spielräume lässt -- zumal dadurch oft einseitig kognitive Kompetenzen wie Merkfähigkeit oder logisches Denken geschult werden, während soziale, emotionale und körperlich-motorische Faktoren außen vor bleiben. Die emotionale Kompetenz ist für Krenz sogar "das Fundament der Schulfähigkeit überhaupt", denn nur belastbare, zuversichtliche und aufgeschlossene Kinder können auch ihre anderen Qualitäten voll ausspielen.
Insgesamt 16 Kriterien kommen schließlich zusammen -- und so konkret hätte man es gerne öfter! Zuweilen droht der Ratgeber jedoch, sich in wissenschaftlichen Diskussionen zu verzetteln, die Rat suchenden Eltern wenig Orientierung bieten. Kann man denn nicht zu Recht die "traditionsverbundene Testgläubigkeit" anprangern und trotzdem mit einem kleinen Übungsteil (auch zur emotionalen Kompetenz) eine erste Standortbestimmung in Sachen Schulfähigkeit ermöglichen? Fazit: Alles in allem ist dieses Plädoyer für das Kindsein gut, könnte jedoch praxisnäher sein.
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